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Diplomarbeit

Titel: "Landschaftsökologisch begründetes Leitbild für eine funktional vielfältige Landschaft: Das Beispiel Pongau im Salzburger Land"

Zusammenfassung: "Nach Ansicht des Rates der Landwirtschaft muß die europäische Landwirtschaft im Wirtschaftsbereich multifunktional, nachhaltig und wettbewerbsfähig sein und sich über den gesamten Raum einschließlich der benachteiligten Regionen und der Berggebiete verteilen. Sie muß in der Lage sein, die Landwirtschaft zu pflegen, die Naturräume zu erhalten, einen wesentlichen Beitrag zur Vitalität des ländlichen Raumes zu leisten, um den Anliegen und Anforderungen der Verbraucher in Bezug auf die Qualität der Lebensmittel, den Umweltschutz und den Tierschutz gerecht zu werden" (BMLF 1998). Der Erlebniswert der Landschaft für Erholungssuchende muss ebenfalls Berücksichtigung finden. Die "funktional vielfältigen Landschaften erfüllen durch eine möglichst optimale Verteilung von Flächen unterschiedlicher Nutzungsintensität und Schutzgebieten eine große Zahl von Nutzungs-, Schutz-, Regulations- und Pufferfunktionen" (Mosimann et al. 2001) nach den oben genannten Richtlinien.
Die Diplomarbeit dient der Entwicklung eines funktional optimal verteilten Nutzungs- und Schutzmusters. Die Ableitung für das landschaftsökologische Leitbild folgt dem prozessorientierten Modell nach Mosimann, Köhler, Poppe (2001). Im Zentrum befindet sich ein aus mehreren Modulen zusammengesetztes Verknüpfungsmodell. In dieses hierarchische Verknüpfungsmodell sind eine Matrix mit den Regeln zur Funktionsüberlagerung sowie eine Matrix zur Bestimmung des Pufferraumbedarfs integriert. Die einzelnen Module wie auch die im Leitbild zur Anwendung kommenden Schätz- und Bewertungsverfahren werden im Verlauf der Arbeit erklärt.
Die modifizierten Verfahren sowie das gebietsspezifisch veränderte hierarchische Rahmenmodell wurden anschließend auf ein repräsentatives Gebiet von 37,6km2 im ländlichen Raum der montanen Stufe des Salzburger Landes angewandt. Das Ergebnis der Ableitung, unter Anwendung des Geographischen Informationssystems ArcView, stellt den idealen Zustand in Form einer Soll-Karte (Leitbild) dar. Weiterhin gehören dem Ergebnis eine Auswertung der Kennzahlen für die optimale Verteilung von Nutzungs- und Schutzfunktionen sowie einer Bewertung der ökologischen Anpassung in Form eines Ist-Soll-Zustands-Vergleiches an. Die Ergebnisse wurden im Maßstab 1:30 000 dokumentiert und statistisch ausgewertet.
Ein besonderes Augenmerk wurde den Möglichkeiten und Grenzen einer GIS-gestützten Umsetzung des landschaftsökologischen Leitbildes gewidmet. Zu den Ergebnissen zählen die Bilanzierung des Ist-Zustandes, die Auswertung der rein GIS-gestützten Abfrage (Zwischenergebnis) sowie die Bilanzierung des daran anschließenden, den regionalen Bedingungen angepassten, Soll-Zustandes (Leitbild). Ein Ist-Soll-Vergleich zeigt die Defizite und die Entwicklungstendenzen der Landschaft. Die Bilanzierung des Zwischenergebnisses mit dem Leitbild erlaubt eine Einschätzung des Anteils der widersinnig zugeordneten Nutzungszuweisungen in der Leitbildanalyse und zeigt damit die Grenzen der GIS-gestützten Abfrage auf. Eine weitere Auswertung erfolgt hinsichtlich der repräsentativen Mindestgröße des Untersuchungsgebietes für den untersuchten Landschaftstyp. Abschließend wird eine kritische Beurteilung der Anwendbarkeit der Verfahren und der Leitbildanalyse in der Raumplanung gegeben.
Das politische Klima in Österreich weist auf eine mögliche Realisierung des Leitbildes hin, da mit dem Programm ÖPUL (Österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft) Maßnahmen und Regelungen für die zukünftige Nutzung der Landschaft geplant und bereits eingeführt sind. Das Programm setzt massive Impulse in Richtung Ökologie, Landschaftspflege, Schutz vor Naturgefahren, Artenvielfalt und gesunde Nahrungsmittel und wird von 70% aller Landwirte unterstützt (BMLF 1999).

Stichwörter: Leitbild, Prozessorientierung, Landschaftsfunktionen, GIS, Fernerkundung, Landschaftsstrukturmaße, Partizipation